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Samstag, 16. Januar 2016

RUMGESPINNE

Das Gefühl haben, dass die Zeit rennt, verfliegt wie eine leichte Wolke aus grauem Staub bei einem Windstoß. Plötzlich, recht unerwartet tritt schlagartig, ungewollt und unwillkommen, diese Gefühlslage auf und bedrängt das doch normaler Weise recht ruhige Gemüt zutiefst auf die unangenehmste Art und Weise. Will fortrennen, schneller als die Zeit sein, um mich umdrehen zu können mit der Gewissheit, dass sie bis jetzt nur meinen Rücken gesehen hat und ihr dann siegessicher von Angesicht zu Angesicht mit festem Blick sagen: "Hah, mich bekommst du nicht, du Nimmersatte. Mich kannst du nicht verschlingen, denn ich bin schnell und habe keine Angst." Die Zeit würde sprachlos sein, ganz ohne Worte und ehe sie sich versehen würde, würde ich wieder weg sein, wegfliegen. Danach würde ich nur noch fürchterlich lange, ausgedehnte, wunderbare Sätze in mein schwarzes Buch schreiben, denn ich würde sie mit dem Wissen schreiben Zeit zu haben, so viel Zeit, denn ehe mich die Zeit einholen könnte, würde ich wieder weiter sprinten, weiter und weiter. Manchmal würde ich noch nostalgisch und beinah ungläubig an die Zeiten denken in denen ich nie genug Zeit hatte, in denen ich zu wenig schlafen musste aus Zeitmangel, aber es wäre wie eine langvergangene Erinnerung, die immer weiter verblasste ohne einen Bezug in der Gegenwart, an den sie sich hätte klammern können. Ich würde Bilder malen, Geschichten schreiben, im Gras liegen in den Himmel schauen, spazieren, so viel singen, so viel einfach nur umherblicken, fotographieren, alles, was mein Herz jemals begehrte. Und wenn es an der Zeit wäre, würde ich stehenbleiben, auf die Zeit wartend mit offenen Armen, sie umfangen und willg als meinen Lebensrhythmus anerkennen, so ruhig und zufrieden wäre ich.

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©Karla Laitko. Powered by Blogger.