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Sonntag, 24. Januar 2016

PROLOG


Wenn eine Frau ein Kind gebärt, schließt sich einer der engsten menschlichen Bünde zwischen zwei Wesen, ein Bund der Liebe und des Blutes, der durch das Wissen gestärkt wird Fragmente seiner selbst in diesem Kind wiederfinden zu werden, ein Gefühl, das dem Menschen eine der größtmöglichen Gewissheiten von der Bedeutung schenkt. Wenn das Kind unter Schreien, Schmerzen und Leiden der Frau das Licht der Welt erblickt, dann erblicken die Eltern mit Erstaunen und Verblüffung die strahlende Einfachheit ihres neuen, frischgeborenen Lebenssinns, mit erschöpften, glücklichen Augen starren sie ihr Kind an und können sich nicht losreißen von diesem wunderschönen Anblick. Neun Monate trug die Frau dieses Wesen in sich, nährte es, verbunden mit ihm durch eine Schnur des Lebens, spürte sein Wachstum, jede seiner Bewegungen und sie weiß, dass nichts auf der Welt jemals so ihr eigen sein wird wie dieses Kind. Dessen ist sie sich sicher. Aber dass die schmerzhafte Geburt erst der Anfang einer Kette von Opfern und Schreien, die das Kind sie kosten würde, sein würde, dessen kann sie sich in diesem Moment nicht entsinnen, vielleicht ist es auch der Tatsache geschuldet, dass man es einfach nicht weiß und dieser Moment so ungetrübt von Zukunftsängsten oder Fragen ist, dass es einem nicht in den Sinn kommt einen Gedanken daran zu verschwenden. Aber dennoch ist Fakt, dass der Weg erst beginnt mit dem Moment in dem die Mutter unter dem liebevollen Blick des Vaters das Kind in ihren Armen hält, unbestreitbar, aber es ist trotzdem einer dieser seltenen Himmelsmomenten, die so rar sind auf unserer Erde, dass man beinah glaubt, sie seinen unreell, wenn man sie durchlebt.

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©Karla Laitko. Powered by Blogger.