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Montag, 14. November 2016

KREISDENKEN

Ich bemerke in letzter Zeit immer wieder: Es geht im Leben darum in welchen Kreisen man denkt oder besser gesagt, es schafft zu denken. Denn dieses Kreisdenken ist gar nicht so einfach, es ist eher verdammt kompliziert. Lasst mich diesen Gedanken ausführen, denn ich halte ihn für wichtig für uns, für mich und für euch.
Im großen Kreis steht man selbst in Relation zur ganzen Welt, zur Vergangenheit, zur Zukunft, man ist umgeben von den Milliarden Menschen, die schon in diese Welt hineingeboren wurden und sie wieder verließen, die Milliarden Jahre, die diese Erde schon ohne uns existierte und sich um ihre eigene Achse drehte, drücken in ihrer Mächtigkeit auf unsere winzige Existenz zusammen mit allem, was wir von dieser Welt wissen- von der Genialität und Brillanz mancher Menschen, vom Glück und Unglück, von Siegen und Niederlagen, von Ehre und Schmach, von Liebe und Hass, all diese uralten Zugaben eines jeden menschlichen Leben spüren wir ebenso wie alle anderen es vor uns getan haben. Dieses Wissen der Wiederholung prallt nun auf unser Bewusstsein unserer kläglichen Individualität und Einzigartigkeit, wir werden nur einmal auf dieser Welt leben und nur einmal all dies denken und fühlen, doch dies korreliert nun mit dem großen Kreis, mit dem, was unsere kleine innere Welt, die wir in uns tragen und zu beschützen versuchen, so unbedeutend erscheinen lässt, so nichtig, winzig, dass sie ganz von alle diesem überspült und schrumpft zu einem Staubkorn, dass recht verloren im weiten Universum der Menschheit schwebt. Damit wir uns nicht verlieren in diesen unendlichen, dunklen Weiten haben wir Menschen unsere kleinen eigenen Kreis, der sich ausschließlich in den uns bekannten vier Wänden unseres Lebens abspielt, ohne darüber hinaus zu blicken. Wir ziehen Schutzmauern auf um unsere Existenz, schirmen sie ab gegen das, was sie unbedeutend erscheinen lässt und innerhalb dieser Mauern bläht sie sich auf und füllt alles aus in ihrer Signifikanz, dort kann sie ungestört gedeihen. Dort erscheint unsere Liebe gigantisch, unsere Dramen, unser Glück, unsere Freund- und Feindschaften, Entdeckungen und Abenteuer, alles glänzt dort ganz ungestört und strahlt unser Leben aus. Es ist für unser Glück ganz unbedingt essentiell in diesem kleinen Kreis zu denken, denn nur so versinken wir nicht in der Insignifikanz und Bedeutungslosigkeit unserer Existenz. Versteht ihr? Denkt in so kleinen Kreisen ihr nur könnt, trainiert es euch an, übt euch darin, ihr könnt gar nicht früh genug damit beginnen, eher zu spät. 

Kommentare:

  1. Wie immer: tiefsinnig, regt zum nachdenken an und wunderschön!
    Freue mich über jeden deiner Texte. Zum Text:
    Ja, wir sollten in kleineren Kreisen, denn sonst werden wir untergehen. Manchen Menschen würde es jedoch nicht schaden, größere Kreise zu ziehen, neues zu entdecken und über den Tellerrand blicken. Aber es macht Angst, es bring Ungewissheit mit sich, deshalb lassen wir das meistens...

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    1. hey, ich weiß nicht, ob du das lesen wirst, aber ich antworte dir trotzdem mal! bei dem kreisdenken geht es gar nicht um irgendetwas moralisches oder "begrenztes denken", sondern darum, wie man sich selbst generell in der welt sieht...eben entweder in relation zu dem riesigen, unsere bedeutung als kleiner mensch verschluckende welt oder in einer kleinen welt, die wir uns nach unseren eigenen bedürfnissen abgesteckt haben. es ist eher ein: wie vertusche ich vor mir selber, dass mein leben ist wie ein jedes andere es sein wird und jemals war. drastisch ausgedrückt natürlich! oder siehst du doch etwas anderes darin? (falls du dies liest)

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  2. Ja. Schön, etwas von dir zu lesen.

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