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Donnerstag, 9. Januar 2014

VIELE WORTE ABER KEINE BILDER

Eigentlich schweige ich gerne. Oft viel zu gerne, als ich zugeben will. Ich lasse es auch selten zu, obwohl ich so oft das Bedürfnis danach habe.
Aber eigentlich liebe ich Schweigen.
Denn Schweigen ist oft der einzige Zustand, indem ich mich echt fühle. So wie ich bin.
Merkwürdig, dass ich mich am authentischsten wahrnehme, wenn ich keinen von meinen pausenlos herumwandernden Gedanken zum Ausdruck bringe und unbeteiligt vor mich hinlebe, mein leerer Blick sich im Nichts verliert, die Außenwelt nebensächlich wird und ich anfange ich meinem Kopf zu leben.
Dieses ständige, oft unbedeutende, belanglose  Gerede stürmt von allen Seiten auf mich ein, es soll einen irgendwie den anderen Menschen näher bringen, aber in solchen Situationen wird  Schweigen unangenehm und unerwünscht, es wird seiner Bedeutung und Ruhe beraubt. Es wird gefürchtet und als ein Zeichen seiner eigenen Langweiligkeit gewertet, als Fehler.
Aber andererseits habe ich oft Angst, wenn ich einfach nichts sage und schweige, ich habe Angst vor meiner Unerreichbarkeit und Unzulänglichkeit. Auf diese Art lernt man keine neuen Meschen kennen und niemand lernt dich kennen. Ich wünschte man könnte sich über lange, tiefe Blicke verständigen, über Berührungen und Schweigen und das von Anfang an.
Oft habe ich das Gefühl, dass niemand meine Gedanken verstehen kann, dass niemand ihre Bedeutung und Tiefe, aber gleichzeitig Banalität begreifen kann.
Deswegen liebe ich die Nacht. Weil ich in ihr schweigen kann, weil sie mir auch nichts anderes als dunkles Schweigen entgegenbringt, weil sie nichts  erwartet, weil sie mir auch nichts gegeben hat.
Die Nacht ist mein Freund.


Kommentare:

  1. Oh mein Gott, Karla. Jeder einzelne Satz könnte (vielleicht nicht ganz so gut formuliert) von mir kommen. Weisst du wie erschüttert ich darüber bin, dass wir genau die gleichen Gedanken dazu haben? Wenn ich jetzt aufschreiben würde, was mir ganz genauso geht und ich so oft überlege, dann müsste ich jedes deiner Wörter wiederholen. Du glaubst garnicht, wie froh ich bin, dass du es aufgeschrieben hast. Liebste Grüße und einen befreiten Freitag wünsch ich dir. Zeit für Freunde der Nacht.

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  2. Ich verstehe den Text so gut. Schweigen ist eigentlich so was schönes, aber wird oft falsch gewertet. Toller Post. :)
    x, Quynh.

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  3. Ich finde deine Art zu schreiben atemberaubend. Auch der Blog ist so schön schlicht und stilvoll. Hast eine neue Abonnentin mehr. Würde mich freuen wenn du auch mal bei mir vorbeischaust. Liebe Grüße Ellen
    http://sometimes-fabulous.blogspot.de/

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  4. Toller Text, dein Schreibstil ist echt großartig!
    Ich wollte dich kurz darauf aufmerksam machen, dass bei mir gerade eine Blogvorstellung läuft und ich mich riesig über deine Teilnahme freuen würde, da mir dein Blog sehr gut gefällt :)
    Wenn du also Lust hast, kannst du ja mal vorbeischauen: http://fetch-ing.blogspot.de/2014/01/blogvorstellung.html
    Ich wünsche dir noch einen wundervollen Tag <3
    Liebste Grüße,
    Lilly

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  5. Schicker Blog. ;)

    Grüße Eric
    http://my-stylebox.blogspot.de/

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  6. Hey Karla!
    Erst mal muss ich sagen, dass dein Blog echt schön ist, bin gleich mal Leserin geworden:)

    Danke für deinen lieben Kommentar, freut mich, wenn dir mein Blog gefällt.
    Das mit der Musik ist ja ein Zufall! :D Ich finde sie einfach klasse, zum Beispiel "dropt in the ocean", aber leider habe ich es zu oft gehört... :p

    Liebe Grüße
    Rubin:)

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  7. Auch jemand der nachts im Bett liegt und denkt ...
    Sehr gut zu wissen, ich bin nicht die Einzige die es liebt zu denken und dabei keinen Ton von sich zu geben

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